Week in Review: Ausgabe 15/10

In-Kyung Kims große Geste
Es ist ja nicht so, dass man auf der LPGA Tour zwangsläufig ein Vermögen verdient. Umso bemerkenswerter ist, was die Koreanierin In-Kyung Kim nach ihrem Sieg beim Lorena Ochoa Invitational machte. Die 22-jährige Koreanerin wird ihr gesamtes Preisgeld, satte 220.000 Dollar, spenden. Die Hälfte geht an Ochoas Stiftung, die andere an eine bisher noch nicht bekannt gegebene Organisation aus den USA. Zwar bleiben Kim in diesem Jahr immerhin noch 900.000 Dollar Preisgeld, dennoch verdient dies höchsten Respekt.

Marcel Siem macht Zwangsurlaub
Irgendwas läuft auf der European Tour mächtig falsch. 204 Spieler durften an der Singapore Open teilnehmen. Und obwohl Marcel Siem im vergangenen Jahr 79. im Race to Dubai war, kam er nicht in das Turnier herein. Als erster Nachrücker reiste der Deutsche nach Singapur und hoffte darauf, dass einer der 204 über Nacht noch krank werden würde. Eine undankbare Aufgabe. Da ja morgens oder nachmittags jemand ausfallen könnte und auch noch auf zwei Plätzen gespielt wurde, muss sich der erste Nachrücker von morgens um 5 bis nachmittags für seinen eventuellen Einsatz bereit halten. Doch niemand sagte ab. Siem blieb außen vor. Und als ob das noch nicht genug der Demütigung war, zogen zwei Spieler noch während der ersten Runde zurück und sechs weitere vor oder während der zweiten Runde. Das Schlimme für Siem: Wenn diese Woche die UBS Hong Kong Open startet, droht ihm das gleiche Schicksal: er ist aktuell vierter Nachrücker.

Das Glückskind
Für eine Weile sah es so aus, als sollte Troy Merritt zum großen Unglücksraben des Wochenendes werden. Die alleinige Führung in der 1 Million Dollar wertvollen Kodak Challenge abgegeben, war plötzlich auch die Tourkarte futsch. Kurz vor Ultimo fand er sich auf Platz 126 der projezierten Geldrangliste wieder. Am Ende konnte er seinem großen Kodak-Konkurrenten Rickie Fowler danken. Weil der sich auf den geteilten dritten Platz schob, rutschte Merritt doch noch auf Platz 125 der Jahreswertung. Die Last von der Schulter genommen gewann Merritt dann auch noch am ersten Extraloch die Kodak Challenge. Die Millionen-Prämie war mehr als seine gesamte sonstige Saisoneinnahme, die bei 786.977 Dollar lag.

Die Geschichte eines Doppelbogeys
Wer sich die Scorekarte von Phil Mickelsons Schlussrunde bei der Singapore Open anschaut, entdeckt an Loch 1 ein Doppelbogey. Wie es zustande kam, ist allerdings ungewöhnlich. Denn Mickelson hatte das Loch eigentlich Par gespielt. Doch nachdem die Schlussrunde wegen Gewitter unterbrochen war, düste Mickelson ins Hotel um sich trockenzulegen und seinen Aufenthalt bis Montag zu verlängern – nichtsahnend, dass die Runde noch am Sonntag fortgesetzt werden würde. Wie der Daily Record berichtet, kam er gerade noch rechtzeitig ans Tee um den Abschlag seines Spielpartners zu sehen. Weil Mickelson innerhalb von fünf Minuten erschien, entging er der Disqualifikation, fing sich aber zwei Strafschläge ein, die auf dem ersten Loch eingetragen wurden.

Kotzbrocken Thatcher
Mit vier Schlägen Vorsprung war Roland Thatcher in die Finalrunde gegangen, die Tourkarte war eigentlich schon so gut wie gesichert. Doch dann fing das Nervenflattern an. Dank Bogeys auf der 16 und 17 war er plötzlich nur noch geteilter Zweiter – nicht genug, um sich in die Top 125 zu schieben. Soviel Leid konnte Spielpartner Spencer Levin nicht mit ansehen. Auf der 18 legte er einen Drei-Putt hin, machte Thatcher somit zum alleinigen Zweiten und verschaffte ihm die Tourkarte. Ob da eine Sonderprämie drin ist? Zumindest war Thatcher sehr erleichtert: “Sie werden nie einen glücklicheren Menschen sehen, der gerade ein Turnier weggekotzt hat.”

Der weinende Dritte
Platz 126, der erste ohne Tourkarte. Mit diesem Makel muss Johnson Wagner jetzt ein Jahr lang leben. Und er kann niemand anderem als sich selbst die Schuld daran geben. Zugegeben: Vor der Schlussrunde hatte er sich schon fast mit dem Weg in die Qualifying-School abgefunden. Doch nach sechs Birdies und einem Eagle bei nur einem Bogey hatte er es schon fast geschafft. Dann kam die 16 und nach einem Schlag ins Wasser ein Doppelbogey und damit verbunden der Verlust der Tourkarte. Doch so schlimm sind die Konsequenzen gar nicht. Im vergangenen Jahr kamen die Plätze 126-150 der Geldrangliste des Vorjahres im Schnitt auf über 20 Turnierstarts. Die wahre Arschkarte hat der 151. gezogen. Dort liegt Mike Weir, der allerdings aufgrund einer medical exemption 2011 noch die Chance hat, sich die Tourkarte nachträglich zu holen. Will MacKenzie als 152. hat diesen Luxus nicht. Denn seine Zweijahres-Exemption für seinen Turniersieg 2008 ist abgelaufen.

Die Rehabilitation des Robert Garrigus
Mit drei Schlägen Vorspring ging Longhitter Robert Garrigus auf das Schlussloch der St. Jude Classic – und spielte ein Triplebogey. Als Garrigus gestern ans Schlussloch der Children’s Miracle Classic kam, führte er wieder mit drei Schlägen und versuchte verzweifelt die Erinnerungen an sein Versagen zu verdrängen. Es gelang ihm. Mit einem Par sicherte er sich den ersten Turniersieg seiner Karriere und vertrieb die Dämonen von seinem Versagen.

Martin Kaymer hält die Pole Position
Auch wenn Graeme McDowell diese Woche noch einmal in Hong Kong antritt: Aus eigener Kraft kann er das Race to Dubai nicht mehr gewinnen. Gut 367.000 Euro liegt er hinter Martin Kaymer zurück, 301.446 Euro gibt es “nur” für den Sieger. Damit wird es Kaymer bis zum Ende in der Hand behalten zum ersten Mal in seiner Karriere die europäische Geldrangliste für sich zu entscheiden: Einfach nicht schlechter als McDowell abschneiden und die Messe dürfte gelesen sein, Westwood und Francesco Molinari haben nur noch sehr theoretische Chancen.

Linksruck bei den Scottish Open
Es ist endgültig beschlossene Sache. Martin Kaymer wird nie wieder die Scottish Open in Loch Lomond gewinnen können. Denn ab 2011 zieht das Turnier auf einen echten Linksplatz um – und zwar um 160 Kilometer Luftlinie gen Norden. Der erst letztes Jahr eröffnete Castle Stuart Golf Links wird 2011 Ausrichter sein, 2012 soll es dann auf den von Tom Doak designeten The Renaissance Club gehen.

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