Week in Review: Ausgabe 8/2012

The Roryng Twenties

Rory McIlroy hat es geschafft. Nachdem er monatelang der beste Spieler der Welt gespielt war, hat es jetzt auch die offizielle Weltrangliste kapiert und führt den Nordiren auf Platz 1. Mit zehn Top-5-Platzierungen innerhalb seiner letzten elf Starts legte McIlroy eine Serie hin, die zuletzt Tiger Woods im Jahr 2008/2009 erreichen konnte. Und auch in einer anderen Liste folgt der Celtic Tiger dem echten Tiger: das Alter in dem er die Spitze der Weltrangliste übernimmt. Mit 22 Jahren und 10 Monaten ist Rory McIlroy die zweitjüngste Nr. 1 der Golfgeschichte (die in diesem Fall erst 1986 beginnt) und nur 17 Monate älter als Tiger Woods zum Zeitpunkt an dem dieser den Golfthron bestieg. Verglichen damit war Martin Kaymer als drittjüngster Weltranglistenerster schon ein alter Knacker: Der Deutsche hatte im Februar 2011 bereits 26 Kerzen auf der Torte gehabt.

Am wichtigsten ist. was hinten raus kommt

Tiger Woods hat eine Karriere voller Superlative. Umso erstaunlicher, dass es auch bei ihm noch immer Spielraum für Rekorde gibt. Denn wer hätte gedacht, dass die 62 vom Sonntag der Honda Classic die beste Schlussrunde in der Karriere des 36-Jährigen war. Tatsächlich spielte Woods am Finaltag bisher nie besser als eine 63, die er insgesamt sechs Mal erzielte – zuletzt bei der Deutsche Bank Championship 2009. Auf der European Tour tat sich Woods am Sonntag sogar noch schwerer: hier kam er bisher noch nicht über eine 65 hinaus (Dubai Desert Classic 2008 sowie Johnnie Walker Classic 2000 und 1998).
Noch erstaunlicher ist aber, dass die 62 in Woods 15-jähriger Profikarriere die viertbeste Runde seines Lebens war. Erst drei Mal – bei der Buick Open 2005, der NEC Invitational 2000 und der Byron Nelson Classic 1999 – gelang Woods eine 61. Und sein Ergebnis vom Sonntag ist auch erst das dritte Mal gewesen, dass der 14-fache Major-Sieger eine 62 auf der Scorekarte markieren konnte.

Werbefläche zu verkaufen

Vor kurzem machte ein Mann mit der Idee Schlagzeilen, Werbeflächen auf seinem Gesicht zu verkaufen. Jetzt plant Padraig Harrington etwas ähnliches – allerdings weniger radikal und aus altruistischen Motiven. Wie die Irish Times berichtet, wird Padraig Harrington für das Masters und zwei weitere Turniere die Werbeflächen auf seiner Kleidung und Ausrüstung meistbietend versteigern. Hintergrund ist eine Familientragödie: der Cousin von Paddys Ehefrau ist seit einem Autounfall querschnittsgelähmt. Nach Rücksprache mit seinen Sponsoren will Harrington durch die Aktion Spenden sammeln, die dann an seinen angeheirateten Cousin Gerard gehen um ihm ein barrierefreies Leben zu ermöglichen.

Charley’s Devils

Wann immer man etwas über die Offiziellen in den weltweiten Golf-Organisation liest, wähnt man sich in Wilhelm Hauffs Märchen “Das kalte Herz”. Vor wenigen Tagen erst zog die USGA ihre U.S.-Women’s-Open-Exemption für Lauren Taylor zurück weil man nicht in der Lage war einen Kalender richtig zu lesen. Und jetzt warf die britische Ladies Golf Union Super-Talent Charley Hull aus dem Team für den Curtis Cup. Der Grund: Hull ist zu erfolgreich. Die laut Amateur-Weltrangliste drittbeste Spielerin des Teams Großbritannien und Irland erhielt eine Einladung für die Kraft Nabisco Championship – für die 15-Jährige ihr erster Auftritt in einem Major. Doch ausgerechnet gegen dieses Turnier hat die Ladies Golf Union ein Trainingslager gesetzt, das für alle Spielerinnen des Curtis-Cup-Teams verpflichtend ist. Statt eine Ausnahmegenehmigung zu erteilen, warf man Hull jetzt aus dem Team. Eine Nachwuchsförderung wie sie selbst Deutschland nicht schlechter hinkriegen könnte.

Neues aus Trumpenhausen

Keine Woche ohne eine neue Meldung von Donald Trump. Nachdem der Milliardär sich vergangene Woche das Doral Golf Resort einverleibt hat, macht er jetzt wieder in Schottland Schlagzeilen. Weil er fürchtet, dass Windräder vor der schottischen Küste sein Toupe wegblasen die Aussicht von seinem Trump International Golf Links stören, steckt er jetzt 16 Millionen Dollar in die Organisation Communities against Turbines Scotland, die gegen die Verschandlung der Landschaft durch Windkraftanlagen Lobbyismus betreiben. Es muss schön sein, wenn man so viel Geld hat, dass man es einfach denen geben kann, die die eigene Meinung in die Welt schreien – und sei sie noch so umstritten. So gehörten zu Trumps früheren Investitionen u.a. das Birther Movement, das nachweisen wollte, Präsident Obama sei außerhalb der USA geboren sowie ein angedeuteter Versuch 2012 ins Weiße Haus zu ziehen. Wie brachte Saturday-Night-Live-Komiker Seth Myers die Integrität Trumps damals so schön auf den Punkt: Donald Trump Has Been Saying He Will Run for President as a Republican, Which is Surprising, Since I Just Assumed He Was Running As a Joke.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *